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5 sinnlose Dinge aus dem Polygrafenalltag

Es gibt Dinge im Arbeitsalltag, da fragt man sich, wie schon die Girl Group TIC TAC TOE in den Neunzigern: „Und warum?“. Ob herrlich Sinn frei oder einfach nur nervig, hier fünf Dinge die wirklich nicht sein müssen.

  • Sinnlose Dateinamen
    Sie sind unendlich lang, bestehen nur aus Kauderwelsch oder im schlimmsten Fall nur aus Sonderzeichen, die jedes Serversystem in die Knie zwingen – dumm benannte Dateien. Dabei  sollten gerade diese wenn möglich logisch und sinnvoll bezeichnet werden. Schon alleine um die Suche zu erleichtern. Oder wer sucht ein Bild von einem Apfel unter dem Namen „st_11178461347854_9745664844.jpg“? Niemand. Es schadet nie wenigstens Ansatzweise einen Hinweis auf den Inhalt des Bildes im Namen zu geben – Profis nützen hier selbstverständlich die Metadaten – schon klar.

  • Sinnlose Bildgrössen
    Immer wieder werde ich mit Bildern konfrontiert, die Grössen technisch in keinem Verhältnis zu ihrem Verwendungszweck stehen. Dann wundert man sich, weshalb der Rechner beim Öffnen einer Datei fast explodiert, hat ja nur ein kleines Bild drin. Ein Blick auf den Verkleinerungsfaktor von 0.20088% lässt schon Schlimmes erahnen und Photoshop offenbart schliesslich den ganzen Wahnsinn. Anwendungszweck 3 x 5 cm – tatsächliche Grösse 50 x 100 cm. Mal ganz zu schweigen vom schwierigen Weiterverarbeiten, muss man sich seinen Speicher wirklich nicht mit solchen Schinken zupflastern. Also runterspeichern.

  • Sinnlose Dateiebenen
    Wer Daten von anderen weiter verarbeiten muss, ist immer froh wenn diese halbwegs sauber angeliefert werden. Wenn sich aber beim Öffnen ein Ebenen-Friedhof offenbart, ist der Tag schon gelaufen. Da gibt es ausgeblendete Ebenen im Überfluss oder Ebenen deren Inhalt andere Ebenen aufheben. Immer wieder gerne auch eingeblendete Ebenen, die aber den Nicht-drucken-Modus aktiviert haben. Ebenen mit Elementen die da gar nicht hingehören und als Highlight doppelte Ebenen, die sich manchmal nur in einzelnen Pixeln unterscheiden. Muss nicht sein und wäre so schnell zu bereinigen.

  • Sinnlose Kommunikation
    Da bekommt man ein seitenlanges Mail mit Infos oder ein PDF mit unfassbar vielen Kommentaren. Man ackert sich durch, versucht zu verstehen und merkt am Ende, dass man all die Infos eigentlich gar nicht benötigt hätte, oder nur einen winzigen Teil davon. Das Ganze wurde wohl ungesehen 1:1 weitergeleitet. Die Unart Kommentare, Infos oder Wissen an eine Person zu übermitteln, die diese aber gar nicht benötigt nervt, kostet Zeit und somit am Ende auch immer Geld. Kommunikation ist wichtig, aber dann bitte auch sinnvoll und effektiv.

  • Sinnlose Korrekturen
    In dieselbe Kerbe schlägt auch mein absolutes Highlight: Korrekturanweisungen aus der Hölle. Diese erfolgen gerne in Form von Kommentaren in PDFs und sind oft unnötig bis komplett sinnlos. Da wiedersprechen sich die Kommentargeber auch gerne mal gegenseitig, Korrekturanweisungen sind komplett gegensätzlich, oft  auch an der völlig falschen Stelle positioniert oder auch schon lange ausgeführt. Wenn ich die verursachten Kosten durch unnötige Korrekturen, Zeitverluste durch unklare Angaben oder das tröpfchenweise Durchgeben von Korrekturen zusammenzählen würde, käme mit Sicherheit ein Betrag im 6-stelligen Bereich heraus. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie viel einfacher so manches Projekt durchgerutscht wäre, wenn einem Sinn freie Korrekturen nicht den gesamten Ablauf zerschossen hätten. Man stelle sich nur vor, was man mit all der gesparten Zeit und erst dem Geld hätte machen können…

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Diskussion

20 Antworten

  1. Bitte um Korrektur beim «Also runterspeichern.» der Bilder. In kleiner Dateigrösse neu abspeichern und sinnvoll benamseln wäre hier wohl treffend.

    Das mit dem Runterspeichern hat doch schon die eint oder andere Extrastunde gekostet, weil Bilder erneut aus dem RAW entwickelt werden mussten …

  2. Ein interessantes Gebiet sind auch geliefert Anzeigen als PDF.
    4C-Schwarz, viele zu hoher Farbauftrag, keine Eingebetten Schriften, nicht für Klebebindung gestaltet – was mir so spontan einfällt.

  3. In der Tat. Ich wüsste nur zu gern, was die Leute aus der Druckvorstufe von meinen Print-PDFs halten. Ob sie die Hände überm Kopf schlagen, “nicht schon wieder dieser Typ” oder ob sie zufrieden sind. Schade dass man kein direktes Feedback kriegt. Ich wäre optimierungswillig!

    1. Leider hat man kaum den direkten Kontakt zur Druckvorstufe. Stattdessen kommuniziert man mit Sachbearbeiter die auf meine Fragen selber erst nachfragen müssen. Wenn ich eine Druckdatei schicke, bitte ich immer um Rückmeldung, falls die Datei von den Erwartungen abweicht. Kriege aber fast nie eine Rückmeldung. Dann gehe ich davon aus dass es passt.

    2. @ Luka: “Leider hat man kaum den direkten Kontakt zur Druckvorstufe. Stattdessen kommuniziert man mit Sachbearbeiter …” das kenne ich auch gut, da muss man echt hartnäckig sein und manchmal ist es frustrierend …

  4. Hallo Matthias, ich denke, es könnte für dich mehr Sinn machen, eine Haltung zu entwickeln wie du mit solchen Dingen easy klarkommst, die sind nämlich Teil der Realität und sich darüber aufzuregen und darüber zu schreiben, macht es nur schlimmer und was bringt dir nachher all diese schlechte Energie? Ich versuche, das für mich anders zu lösen und Dinge innerlich öfter „durch zu winken“/zu veratmen.
    viele grüsse ulli

  5. Ergänzung zu Dateinamen: Ich bekomme regelmäßig sehr viele E-Mail mit Dateianhängen. Kurioserweise steckt im Dateiname immer der Empfänger und nie der Absender. Als wüsste ich nicht, wer ich bin – ich wüsste aber gerne von wem die Datei ist.
    Bildmaterial: wenn es zu groß ist, ok, dann kann ich es jauch selbst verkleiner (Zusatzaufwand 🙁 ), schlimmer sind aber die immer häufiger werdenden Handy-Fotos, die noch möglichst auf geringste Dateigröße verkleinert werden. Da kann man nix mehr machen …

  6. Und bam! Polygrafen-Job in an nutshell. Zugegeben vieles ist Erziehungssache auf Kundenseite. Ich befürchte aber, dass man diese Dinge nie in den Griff bekommt, da schlicht keine Wertschätzung für den Beruf mehr vorhanden ist. «Auf eine Knopf am Computer drücken kann ja jedeR».

    Das ist wohl auch der immer einfacheren Technik zu schulden und dem Umstand, dass Druckereien heute jeden Müll irgendwie durch ihren Workflow bringen. Da reicht ein Marketing-Assistent mit Photoshop doch voll aus 🙂

    1. @Christian: «Da reicht ein Marketing-Assistent mit Photoshop doch voll aus» – das hat in mir grad spontan ausgelöst, dass doch Affinity genau diesen Zielmarkt hat. Clever.

  7. Ergänzung zu Dateinamen:
    * Widersprüchliche Dateinamen (Flyer_A5.pdf [ist aber A6]; Logo_vektorisiert_cmyk.png).
    * “Neu”-Versionierung (_neu, _neu_final, _final_jetzt_wirklich).
    * Datum in falscher Reihenfolge im Dateinamen (Pro-Tipp: Schreibt man ein Datum yyyy-mm-dd in den Dateinamen, werden die Dateien richtig sortiert!)

    Ergänzung zu sinnlose Dateiebenen:
    Ausgeblendete Ebenen, die aber gebraucht werden (z.B. Sprachversionen) – und dann die InDesign-Datei ohne Links und Schriften von ausgeblendeten Ebenen verpackt wird.

    1. Oh ja, das muss auf jeden Fall auch auf die Liste! Vielen Dank für diese wunderbaren Ergänzungen der Sinnlosigkeit, denen man leider viel zu oft begegnet 🙂

    1. Die Antwort auf beide Fragen lautet: am Anfang. Und werden dann bis zum bitteren Ende mitgeschleift.

    2. Ich vermute es ist eine Mischung aus mangelnder Ausbildung, keine Vorstellung vom Workflow haben (was ist für den Nächsten wichtig, welche Anforderungen gibt es), eigene Bequemlichkeit/Gedankenlosigkeit.
      Wenn jeder in der Kette nur saubere Daten annehmen und verarbeiten würde, würde sich vieles von alleine Regeln. Aber wer kann es sich finanziell leisten? Ziehen da genügend mit?
      Druckereien werben mit: Wir Drucken alles!
      Ja, egal in welcher Qualität die Daten geliefert werden.

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