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Der Browser wird zum Betriebssystem. Jetzt müssen wir die Apps auch dahin bringen

Progressive Web App - Idea

Browser ersetzen immer mehr die klassischen Betriebssysteme. Das zeigen Cloud-Dienste wie Google Workspace oder Office 365 und auch, dass in USA erstmals mehr Chrome OS-Geräte als Apple-Computer verkauft wurden.

Der Trend ist sinnvoll: Er verlegt rechenintensive Aufgaben in die Rechenzentren, die Geräte der Anwender können einfacher und damit Ressourcen schonender betrieben werden. Für kleinere Unternehmen bieten Cloud-Services darüber hinaus den Vorteil, von leistungsfähiger Infrastruktur zu profitieren, ohne eigene IT-Grossabteilung zu betreiben.

Die App im Browser, zum Beispiel als PWA

Wenn der Browser zum Betriebssystem wird, stellt sich die Frage, wie Applikationen (damit natürlich auch mobile Apps) künftig entwickelt werden sollen. Eine Antwort ist die PWA (Progressive Web App). PWAs sind Websites, welche sich verhalten wie Apps 

  • Du kannst sie installieren
  • Du kannst sie offline nutzen
  • Der unterliegende Webbrowser kann komplett ausgeblendet werden

Der Vergleich, dass PWA bloss Websites sind, welche sich verhalten wie Apps, hinkt aus Entwickler-Sicht. Eine PWA ist eine “bessere Website” und macht die klassische App je länger je mehr überflüssig. Anwendern ist das egal, sie wollen ihre stabile, schnelle, einfach zu bedienende Anwendung. Am besten unabhängig der verwendeten Hardware.

PWAs erweitern die Einsatzmöglichkeiten der klassischen Website. Simicart listet die aktuell besten PWA-Games auf.

PWA mit WordPress

Auch für Web-Agenturen, Medienvorstufen und Publisher gibt es gute Nachrichten: Eine WordPress-Website kann um PWA-Funktionen erweitert werden. Das Plugin, welches wir dazu einsetzen, stammt vom Berner Nico Martin: Progressive WordPress (PWA).

Gestern hatten Nico und ich ein Brainstorming, an dem wir zusammen über den weiteren Ausbau des Plugins philosophiert haben – faszinierend. Nico hat sein Plugin komplett überarbeitet und damit den Grundstein für den weiteren Ausbau gelegt, eine nächste Version erscheint in Kürze.

Diesmal verhindert Apple den Fortschritt

iPhones setzen Massstäbe und iOS ist toll. Doch Apples Erfolg und die damit verbundene Macht haben nicht nur Vorteile. Apple verhindert nach wie vor Push-Nachrichten auf dem mobilen Safari-Browser (und damit auch gleich für alle anderen mobilen Browser unter iOS und iPadOS). Zudem sträubt sich Apple gegen die Möglichkeit, PWAs unter iOS über einen Dialog der Website zu installieren.

Das Verhalten lässt sich erklären: Apple fürchtet um schwindende Relevanz des eigenen Ökosystems und der damit verbundenen Provision.

Marktmacht kann einmal gut und einmal schlecht sein. Vor Jahren hatte Apple durch Verweigerung die Einstellung von Adobe Flash eingeleitet. Das war nicht verkehrt. PWAs hingegen wären, was Apples damaliger Vordenker Steve Jobs bei der Vorstellung des iPhones pushen wollte: Web Apps statt native Entwicklungen.

Übrigens: Für Web-Push-Nachrichten unter iOS läuft eine Online-Petition, an Tim Cook persönlich gerichtet – unterschreiben schadet sicher nicht.

Push kann auch sinnvoll sein

Push-Nachrichten haben einen schlechten Ruf, obschon die meisten Phones täglich unzählige WhatsApp-Nachrichten melden. Der schlechte Ruf kommt aus der Spamer-Ecke.

Doch: Web-Push-Nachrichten auf allen Plattformen würden eine neue Welt der internen Kommunikation eröffnen. Ohne grosse Investitionen könnten auch kleinere Firmen, Vereine, User Groups eigene Push-Umgebungen einrichten. Ich denke da an

  • Firmeninterne Push-Nachrichten. Ein Kunde von uns (Bauunternehmung) würde gerne über interne Push-Nachrichten seine Einsätze koordinieren
  • Vereine könnten sich von Big Tech (WhatsApp, Slack, Telegram…) lösen
  • Veranstalter von Vor-Ort-Events würden über bezahlbare Push-Nachrichten durch den Tag führen

PWA durchaus finanzierbar

Progressive Web App - Calculation

Die Entwicklung nativer Apps ist was für Unternehmen mit Budget oder Investoren im Rücken. Für KMUs kaum finanzierbar, verschweige denn für Vereine, User Groups und die meisten Non-Profit-Organisationen. PWAs könnten auch da die Lösung sein. Die Entwicklung einer PWA wird einmal gemacht, für alle Betriebssysteme und alle Bildschirmgrössen (wie eben die Website). Die Verteilung findet über eine URL statt, ohne auf die Gunst der Store-Betreiber angewiesen zu sein.

Baustein für meine Vision

Progressive Web App - Outlook

“Alle, die was zu sagen haben, sollen es unabhängig und gleichberechtigt sagen können” – ist mein Antrieb, in der Publishing-Welt tätig zu sein. Die PWA ist durchaus ein Baustein dazu.

Illustrationen: https://iconscout.com/

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