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Haemes Senf: Erleidet EPUB Bruchlandung vor dem Durchstarten?

aircraft-1649749_1920Meine Liebe zu EPUB ist erloschen. Jetzt meldet sich E-Book-Experte Yves Apel mit einem düsteren E-Book-Jahresrückblick zu Wort. Das hat mich bewegt, hier kurz meinen Senf zu EPUB abzugeben.

EPUB wurde für digitale Bücher entwickelt. Unter der Haube ist EPUB (vereinfacht gesagt) eine Zip komprimierte Website. Seit Jahren hinkt der Standard den allgemeinen Entwicklungen im HTML-Umfeld hinterher. Viel schlimmer ist es noch bei EPUB-Lesegeräten. Die sind meist nicht mal fähig, mit aktuellen EPUB-Versionen umzugehen.

Dies und auch, dass mit EPUB nicht wirklich Geld verdient wird, führte zu einer Stagnation im EPUB-Markt. Anfangs habe ich noch auf EPUB Fixed Layout als “schlaueres PDF” gehofft. Aber auch da kam nicht Schwung rein. Ungefähr Mitte Jahr habe ich dann langsam meine Liebe zu EPUB verloren. Und fürs 2017 bieten wir auch keine Seminare mehr zu dem Thema an. Ich glaube, dass EPUB Bruchlandung erleidet, bevor es richtig durchstartet.

Alternativen?

Yves nennt Microsites als möglichen Ersatz für EPUB. Finde ich spanend. Ich ergänze da noch die App, wegen offline Nutzung und einfachem Einbinden von Paywalls. Und für reinen Print-Abklatsch aus InDesign kann auch Publish Online eine Alternative sein.

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Diskussion

4 Antworten

  1. Nee, sorry, das ist doch nicht ein Problem des Formats oder des Standards. EPUB ist fein und hat nach meiner Einschätzung keinerlei Probleme, universal akzeptiert zu werden. Es handelt sich vielmehr um das Problem einer Geräteklasse, nämlich des dedizierten E-Readers, der mit dem Smartphone und Tablet konkurriert.

  2. Lieber Haeme,

    eine gewisse Stagnation ist tatsächlich deutlich geworden, eventuell kann dies aber auch als Etablierung gedeutet werden.
    In Teilen muss ich widersprechen und habe das bei Yves auch getan. Genauer betrachten möchte ich deine Aussage, es würde nicht wirklich Geld verdient werden mit ePubs. Womöglich gilt für Software- und Hardware-Entwickler sowie für Gestalter und kleinere Content-Verwerter: Das große Geld wird hier nicht gemacht. Publikumsverlage und -Autoren (und auch Fachverlage) verdienen allerdings sehr wohl Geld mit ePubs. Branchenmeldungen (z.B. boersenblatt.net) geben ein deutliches Indiz: Je nach Produktsparte (Fachbuch, Sachbuch, Literatur, Fantasy, »Lesefutter«) sind Umsatzanteile in Deutschland von 10–25% Realität, bei Einzeltiteln deutlich mehr und in den USA dies alles auf einem höheren Niveau. Dies sind Werte, die für diese Unternehmen neben relevanten Kosten eben auch relevante Gewinne bedeuten.

    Herzlich,
    Rene

  3. Ja, es ist immer ein sehr gute Idee, einen Standard, wenn er sich gerade erst etabliert hat, durch einen neuen Standard zu ersetzen. Das schafft Vertrauen bei Konsumenten und Produzenten.
    Mit einem neuen Standard könnte man es endlich schaffen, auch bei E-Book-Readern einen permanenten Update-Zwang einzuführen, wie es die Industrie auch bei Virenscannern, Betriebssystemen, Handys, Apps, Smart-TVs, Konsolen etc. geschafft hat. Ist ja auch eine ziemliche Unverschämtheit, dass sich 99% der zahlungswilligen(!!!) Käufer überhaupt nicht für media-enriched-content-Kram interessieren sondern einfach nur Fließtext (Pfui!) in ihren E-Books haben wollen.
    Ich will endlich eine Java-Laufzeit-Umgebung und ein Flash-Plugin für meinen 5 Jahre alten Kindle haben, damit ich endlich gezwungen bin, ein neues Gerät zu kaufen.
    Und dann kann ich auch endlich meine selbst programmierte Factory über den Haufen werfen, damit ich wieder von vorne anfangen kann. Ich langweile mich ja so und mache gerne alle zwei Jahre alles wieder neu, um dann am Ende wieder das gleiche Produkt mit einem schickeren Namen in der Hand zu halten.

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