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Haemes Senf: Hilfst du mit, nicht zu verlieren?

Kennst du den Unterschied zwischen Transformation und Disruption? Transformation verändert Bestehendes, es wird eben transformiert. Disruption ersetzt Bestehendes. Das Alte weicht dem Neuen komplett.
Wenn nun die ganze Welt von «Digitaler Transformation» spricht, ist das aus zweierlei Gründen falsch.
Erstens werden bei der Digitalisierung bestehende Produkte, Technologien und Geschäftsmodelle durch disruptive Angebote ersetzt: Der grösste Hotelanbieter (Airbnb) besitzt keine Hotels. Die grössten Publisher (Facebook und Google) erstellen selber keinen Inhalt – die Aufzählung könnte beliebig fortgeführt werden. Alles disruptive Angebote, die bestehende kompromisslos ersetzen und nicht bloss transformieren.
Zweitens ist eine Transformation ein Vorgang, der mal abgeschlossen ist. Was wir fälschlicherweise als «Digitale Transformation» beschreiben, ist aber nie abgeschlossen. Denn Innovationszyklen werden immer kürzer, Veränderung findet immer schneller statt. Und – gibt es keine äusseren Einflüsse wie Krieg oder Naturkatastrophen – bleibt das auch so.
Damit leben zu können, und zwar gut leben zu können, ist die Herausforderung. Es ist eine neue Kultur. Kein Projekt, das sich schnell mal erledigen lässt oder das man an «Labs», Pioniere, Innovatoren oder Spinner delegieren kann.

Es ist eine neue Kultur, die Digital-Kultur

Darum versuche ich, den Ausdruck «Digitale Transformation» so wenig wie möglich zu verwenden. Er ist nicht ehrlich, er ist irreführend.
In meinen Coachings spreche ich von «Digital-Kultur». Eine Kultur, kein Prozess. Eine Kultur, die sich etabliert – im asiatischen Raum wie in der westlichen Welt. Und so, wie es im Moment aussieht, gehen wir Europäer als Verlierer aus diesem kulturellen Umbruch raus. Wir verstehen die neue Kultur nicht und positionieren uns auch nicht so, dass uns diese neue Kultur Spass machen kann. Wir prägen sie nicht, wir nutzen sie bloss, werden zu Konsumenten degradiert.

Aufstehen, meine Freunde

Aber weisst du was? Ich glaube nicht, dass wir verlieren müssen. Unabhängig, wie unsere Wirtschafts-Dirigenten, Politiker und die grossen Medienhäuser aktuell versagen, kann uns niemand verbieten, persönlich herauszufinden, was denn das alles heisst. Wie wir mitprägen können, statt wie Drogenabhängige nur zu konsumieren. Wie wir uns so positionieren, damit diese Kultur keine Bedrohung ist. Was wir unternehmen, dass auch intellektuell weniger starke Freunde den Rank finden.
Ich habe da so einige Ideen und werde in weiteren Folgen darüber berichten. Aber alleine geht das nicht. Wir müssen uns austauschen, zusammen anpacken.

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Diskussion

15 Antworten

  1. Hallo Haeme,
    Dein Senf ist jedes Mal ein Highlight. Deine Art, Dinge zu analysieren und in Worte zu verpacken ist ein Genuss. Wie Du weißt, bin ich bereit mit aufzustehen. Ich bin gespannt wo und wie wir zusammenstehen 😉
    Meine digitale Leidenschaft ist auf jeden Fall vorhanden.

  2. Haeme, mich fasziniert deine Feststellung, Digitalisierung habe Disruption zur Folge. Weniger beeindruckt mich, den unklaren Begriff Digitalisierung mit dem schwammigen Begriff Kultur zu belegen.

    Politikerinnen, Politiker erklären mir, wie Politik funktioniert. Mich interessiert aber, wie Digitalisierung eine andere Politik möglich macht. Journalisten klären mich auf, was guten Journalismus kennzeichnet. Wie sie mit der Story Mann beisst Hund, ihr Medienunternehmen erfolgreich machen. Mich beeindruckt aber, wie in den Dank Digitalisierung möglichen sozialen Medien die Aussage Hund beisst Mann Anklang findet, weil es da Nutzerinnen und Nutzer gibt, die mit dem Mann mitfühlen.

    Ich wünschte mir eine etwas konkretere Benennung für dein sehr wichtiges Vorhaben als Digital-Kultur.

    1. Lieber Richard

      Besten Dank! Ich baue immer weiter und werde künftige Senf-Beiträge zu diesem Thema machen. Um deine Fragen zu beantworten, müsste ich ein Buch schreiben. Trotzdem hier ein paar Angaben fürs Erste.

      Viele Inputs findest du in meinen Folien:
      https://haemeulrich.com/slides/

      Oder natürlich auch in meinen (Firmen)-Seminaren zu diesem Thema, findest du immer hier:
      https://haemeulrich.com/#seminare-und-talks

      Die Politik (mit wenigen Ausnahmen wie immer) in DACH hat das Problem, dass sie die Digitalisierung ausschliesst und sich so aktiv mitschuldig macht, dass Europa irrelevant wird für Innovation und gleichzeitig Abhängig von Kalifornien, China und Tel Aviv.
      Die grossen Medienhäuser unterhalten nur statt aufzuklären. Und genau darum züchten wir hier Konsumenten statt Leute mit Mut zu eigenen Ideen.

      Es kommt mehr. Und auf Grund dieses Beitrages hier haben sich etliche Leute bei mir gemeldet, die aktiv was bewegen wollen.

      Ligrü
      Haeme

    2. noch was Richard. Es gibt schon zwei Bücher von Christoph Keese, die das erklären, was ich auch feststelle.

      Silicon Valley. Was aus dem mächtigsten Tal der Welt auf uns zukommt. Albrecht Knaus, München 2014, ISBN 978-3-8135-0556-6.

      Silicon Germany – Wie wir die digitale Transformation schaffen. Knaus, München 2016, ISBN 3813507343.

  3. Danke Haeme für den Ausdruck Digitale Kultur.
    Im Augenblick bin ich dabei in Industriebetrieben Monats NEWs einzuführen und nicht nur alle 2 Jahre einen Prospekt zu drucken. Monats NEWs sind auch von kleinen Betrieben digital zu realisieren, zudem dürfen es keine NEWs Letters sein sondern technische visualisierungen. siehe auch:
    http://www.hightech-marketing.ch/

    1. und: wir können uns ja dann austauschen, es gibt noch mehr Leute, die sich einbringen wollen. ich weiss nur noch nicht, in welcher form wir unsere kräfte am besten bündeln… hast du deine idee?

    1. Hallo Christine. Aus meinen vielen Beratungen zur “Digital-Kultur” in Medienhäusern kenne ich viele Blockaden. Auf die und auf Lösungen will ich raus. Zudem beschäftige ich mich auch intensiv mit gesellschaftlichen Aspekten der Digitalisierung.

      Ligrü
      Haeme

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