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Haemes Senf: Liebe Manager, vergesst endlich die Mikro-Kontrolle!

Distributed Work

Home Office – ich nenne es lieber “Distributed Work” (verteiltes Arbeiten) – ist für mich nicht neu. Seit 20 Jahren darf ich als Unternehmer tätig sein. In dieser Zeit hatten wir genau 1,5 Jahre ein fixes Office. Das haben wir dann geschlossen, weil es meist leer war.

Es ist mir sonnenklar: “Distributed Work” passt nicht überall. In der klassischen Produktion, wo mehrere Menschen zur gleichen Zeit an einer Maschine stehen (Druck zum Beispiel). Oder bei Handwerkern, in der Baubranche, im Transportgewerbe…

Doch in der klassischen Agentur- und Vorstufenumgebung, wie ich sie erlebe, geht das wunderbar – wir sind der praktische Beweis.

Freiheit als Basis des Wohlstands

Zuerst habe ich es geliebt, das verteilte Arbeiten. Erst dann habe ich mich gefragt, warum überhaupt. Meine Erkenntnis: Freiheit, nicht Egoismus, ist für mich die Basis für Wohlstand. Ich finde es toll, wenn Menschen selber wählen können, wo sie wohnen möchten. Wenn Menschen ihre Zeit selber einteilen können. Wenn Menschen mehr zu Hause und damit um ihre Liebsten (Familie, Kinder, Freunde) sein können. All dies wird gefördert durch “Distributed Work”.

“Distributed Work” wird zwar durch die Lockdown-Krise befeuert. Doch unabhängig davon ist “verteiltes Arbeiten” eine sinnvolle Sache, welche schon viel früher hätte eingeführt werden können.

Standbeine “Kultur” & “Werkzeuge”

Damit “Distributed Work” funktioniert, braucht es das Zusammenspiel der geeigneten Firmen-Kultur mit den geeigneten Werkzeugen. Die Kultur ist dabei die grössere Herausforderung. Denn Werkzeuge kann man sich zulegen, lernen und anwenden. Kultur jedoch geht ins Herzen.

Werkzeuge

Bei den Werkzeugen, zähle ich einfach mal auf, was wir als morntag GmbH nutzen:

  • Projektverwaltung, Task Management: ClickUp
    • Alternativen: Trello, Todoist, Jira, monday.com
  • Messenger: Google Chat
    • Alternativen: Slack, Teams
  • Email: Gmail (Google Workspace)
    • Alternativen: Office 365, Mail Server beim Hoster
  • Collaboration: Google Drive mit Google Docs
    • Alternativen: Office 365 mit OneDrive, Dropbox
  • Meetings: Google Meet
    • Alternative: Zoom, Teams

Vertrauens-Kultur

“Vertrauen ist gut. Mikro-Kontrolle nicht möglich” – bringt es auf den Punkt. Liebe Manager: Vergesst endlich die Mikro-Kontrolle eurer Mitarbeitenden! Ist sie notwendig, habt ihr ein Kulturproblem oder die falschen Leute an Board. “Remote Worker” wollen

  • Ihre Zeit selbst verwalten
  • Gut und ehrlich kommunizieren
  • Ihre technischen Geräte selber verwalten
  • Proaktiv sein
  • Ihre Ressourcen managen

“Das wollen nicht alle”, “das können die nicht” ist die Annahme vieler Manager. “Das wollen nicht alle” – klar, das ist ihre persönliche Freiheit. Wenn die ganze Firma “distributed” arbeitet, sind diese Menschen am falschen Platz. “Das können die nicht” – ist schlicht falsch. “Das System” hat es ihnen abgewöhnt. Jetzt gilt es als Leader, diese Eigenschaft in den Leuten wieder zu wecken und zu fördern.

Physische Treffen unumgänglich

Wer verteilt arbeitet, muss sich regelmässig treffen! Also echt, ohne Bildschirm. Wir machen das mindestens einmal pro Monat – ein unverrückbarer Termin in unserem Kalender. Andere Firmen wie automattic (Firma hinter WordPress) treffen sich auf echten Meetups. Über Distanz mit Menschen zu arbeiten, welche man wirklich kennt, ist viel angenehmer, verbindlicher und damit auch effizienter, als die Zusammenarbeit mit anonymen Teilnehmenden, deren Namen man bloss beim Online-Login gesehen hat. Der Mensch ist ein soziales Wesen, Remote hin oder her.

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Diskussion

4 Antworten

    1. Ja, das ist echt traurig – von beiden Seiten (Microsoft wie Managers). Das sind jetzt eben Manager und keine Unternehmer, welche solches tun. Wenn ich so wenig Vertrauen in mein Team hätte, würde ich an mir selber zweifeln.

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