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jabberfish #23: Kann Web-to-Print nur Bullshit-Typo?

Wir meinen natürlich die Editoren, welche bei Web-to-Print-Systemen zum Einsatz kommen. Hatte man in den Anfängen PDFs online editiert, sind dann Flash basierenden Editoren gekommen, bevor die HTML-Clients von heute Einzug gehalten haben. Unter der Haube teilweise mit InDesign-Server oder alternativen Renderers. Heute kommen als Editoren auch einfach zu bedienende Online-Werkzeuge für Marketing-Leute zum Einsatz –  etwa das Trendtool “Canva”. Tools, die nicht mit Anspruch auf top Typografie entwickelt wurden.

Was ist gute Typo?

“Was ist gute Typografie? Einen ersten Qualitätseinbruch hatten wir mit dem Umstieg auf Desktop-Publishing  in den Achtzigern. Später wurde mit den typografischen Zusatzfunktionen von OpenType-Schriften nachgebessert. Doch wen interessiert es?” fragt Haeme. Bernd: “Vermutlich stört schlechte Typografie einfach zu wenig. Und das Empfinden für Ästhetik kennt heute andere Prioritäten, was Instagram-Influencer täglich beweisen”.

Haeme hat sich Canva aus Typo-Sicht angeschaut: “Für Texte, länger als zwei Sätze, reicht das Ding noch nicht, es kennt keine Worttrennungen. Oder wenn du ins Detail gehen willst, fehlen Einstellungsmöglichkeiten fürs Kerning zwischen einzelnen Zeichen”. “Und trotzdem sind die Dinger extrem effizient und du hast super schnell beeindruckende Resultate”, ergänzt Bernd.

Wie häufig bei jabberfish – kein eindeutiges Ja oder Nein. Technologisch wäre hochwertige Typo bei Web-to-Print-Editoren möglich – die Frage bleibt, ob Mehraufwand wirtschaftlich sinnvoll ist und zu hochwertigeren Produkten führt, für welche Kunden entsprechend tiefer in die Tasche greifen.

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Diskussion

2 Antworten

  1. Ich würde diese Diskussion gerne mal noch mit jüngeren Gesprächsteilnehmern hören. Meine Vermutung – wie von Bernd und Haeme angedeutet: Typografie hat an Bedeutung verloren. Sie lebt noch in unseren alten Köpfen, sie hat aber nur für uns Alte noch einen Wert.

    Die Generation Instagram und TikTok braucht gar keine Typografie mehr. Gestaltung und Ästhetik von Schrift ist schlichtweg nicht wichtig. Viel wichtiger sind Bild- und Videoästhetik.

    1. Danke Roman! Ja, das wäre in der Tat eine super Sache, dies mal mit der Nextgen zu diskutieren. Bernd hat im aktuellen Jabberfish (Episode 24) angedeutet, dass wir mal einen jabberfish mit mehreren Teilnehmenden machen sollten – was ich natürlich unterstütze.

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