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Kanban im Schulzimmer

Ich habe bereits im Blogbeitrag Kanban in der Schule geschildert, wie Kanban auf der Stufe eines Kollegiums mehr Wirkungskraft, Ergebnisorientierung und Kollaboration erzeugen kann.

Jetzt möchte ich gerne ein (fiktives) Beispiel zeigen, in dem Kanban in einem Schulzimmer eingesetzt wird.

Was ist das Ziel von diesem Kanban?

In der 6. Klasse ist es ein Klassenziel, dass die Schüler in Einzel- oder Gruppenarbeit möglichst eigenständig Themen erarbeiten. Ziel ist es, den Schülern zu vermitteln:

Auf der persönlichen Ebene:

  • Wie erarbeite ich selbständig an einem Thema?
  • Wie übernehme ich Verantwortung für meine Arbeit?
  • Wie kann ich Arbeit auf der Zeitachse einteilen und termingerecht fertigstellen?
  • Wie recherchiere ich zu einem Thema und bereite es ansprechend für meine Mitschüler auf?
  • Welche Inhalte zum meinem Thema soll ich der Klasse präsentieren? Welche Inhalte dokumentieren? Wo?

Auf der Beziehungs- und Klassenebene:

  • Wie priorisieren wir gemeinsam, welche Themen wir anpacken?
  • Wie gehen wir mit Verzögerungen und Problemen um?
  • Wie definieren wir Regeln zur Zusammenarbeit und zum Prozess? Wie leben wir diese Regeln?
  • In welchen Arbeitsschritten gehen wir diese Projektthemen an?
  • Wann ist für uns als Klasse diese Arbeit fertig?

Wie wird das Kanban Board erstellt?

Dazu erstellt die Klasse ein Kanban Board und bespricht gemeinsam, welche Regeln zur Zusammenarbeit und zum Arbeitsprozess sie sich geben wollen. Dies definiert eine gemeinsame Vorstellung von ihrem “Arbeitssystem”. Ganz sicher sind beim Start des Kanban Boardes noch nicht alle Regeln, wie auf dem Beispiel, ausformuliert. Einzelne Regeln werden sich beim Betreiben des Boardes erst zeigen.

Das gemeinsame Erstellen des Kanban Boardes hilft, den Rahmen für die Selbstorganisation festzulegen. Die Lehrperson hat sicher einen grossen Anteil an dieser Arbeit, lässt aber die Schüler partizipieren und mitgestalten. Was das Commitment und die Motivation zum Kanban Board bei den Schülern fördert.

Anschliessend werden gemeinsam (oder von der Lehrperson vorgegeben) die Themenfelder “Pflanzen”, “Tiere”, “Weltall” definiert.

Jetzt sammelt die Klasse gemeinsam mögliche Themen, es wird priorisiert und die Next-Spalte befüllt. Jetzt können Schüler einzeln oder im Paar sich Themen ziehen und selbständig mit der Erarbeitung beginnen.

Wie wird das Kanban System betrieben?

In einem regelmässigen Rythmus finden die Kanban Meetings wie auf dem Kanban Board dargestellt statt.

Dies gibt den Schülern die Möglichkeit, regelmässig zu berichten, wie sie mit ihrer Arbeit unterwegs sind. Wo sie Probleme haben, wo sie Hilfe brauchen können, was ihnen unklar ist.

Dies fördert die Kollaboration unter den Schülern und es gibt hoffentlich einen spürbaren Shift der Verantwortung. Weg von der Lehrperson, hinzu den Schülern. Sicher wird dies zuerst ungewohnt sein, aber gerade durch Kanban wird dieser Prozess der Verantwortungsübernahme sichtbar und dadurch besprechbar.

In der Retrospektive haben alle Schüler und die Lehrperson alle 6 Wochen die Gelegenheit, zusammen zu besprechen, wie sie mit diesem Kanban Board arbeiten. Was funktioniert schon gut? Wo gibt es noch Potential? Was möchten sie gerne in den nächsten 6 Wochen gemeinsam an ihrer Zusammenarbeit, am Prozess etc. experimentieren. Dies wird gleich in der Retrospektive oder kurz danach am Kanban Board umgesetzt. Und am nächsten Tag im Schulzimmer gelebt.

Das Beispiel des Kanban Boardes wurde von mir auf einem Miro-Board skizziert. Damit das Kanban Board möglichst im Schulzimmer immer präsent ist, wäre ein Kanban Board auf Papier oder einem Whiteboard optimal. So können auch die Kanban Meetings direkt von dem Kanban Board durchgeführt werden und für alle ist das Board immer in Griffnähe.

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Diskussion

3 Antworten

  1. Coole Idee und passender Ablauf, den ich mal so in meinem Gehirn “gären” lasse, damit ich die Adaptation für die Berufsschule machen kann (1x wöchtl Unterricht für 3-4 Lektionen)

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