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Kanban Stolperstein: Perfektionismus

Vector illustration of creative team developing software using agile kanban methodology with cards they move on board from start to finish the process. Agile concept for web banner, website page etc.

In meiner mehrjährigen Praxis als Kanban Coach habe ich schon einiges erlebt. Gerne möchte ich den einen oder anderen Stolperstein mit euch teilen. Heute geht es um den Perfektionismus auf dem Kanban Board.

Ich durfte bei einem Team Kanban einführen und ein Zwillings-Team wollte das gleiche machen, aber lieber ohne Begleitung.

Wenn ich Kanban einführe, dann wende ich unseren Kanban Learning Journey an. Als erstes findet eine Schulung zu Kanban statt. Da Kanban einfach zu verstehen ist, dauert die maximal 4 Stunden. Gleich im Anschluss starte ich mit dem Team, ihr Kanban System aufzubauen. Oftmals ist das ein Workshop über 1.5 – 2 Tage, indem diese beiden Schritte gemeinsam erarbeitet werden. Mir ist dabei sehr wichtig, dass möglichst alle aus dem Arbeitssystem an diesen beiden Workshop-Teilen teilnehmen. Und, das NACH diesem Workshop direkt mit Kanban gestartet wird.

Wie ihr euch vorstellen könnt, sieht das Kanban Board nach diesen (doch recht kurzem) Workshop sehr rudimentär aus. Aber es ist immer “good enough to start”.

Warum mir das so wichtig ist?

Weil nur wenn wir etwas TUN auch etwas GEMEINSAM dabei LERNEN können. Wir müssen uns vom Gedanken befreien, dass wir ein perfektes Kanban Board erstellen können. Ein sehr guter Kanban Trainer (Klaus Leopold 😀) hat mir mal gesagt: Das Kanban Board bildet immer nur den aktuellen Stand des Irrtums ab.

Und eines ist sicher, sobald wir Kanban mit unserem Kanban Board leben, finden wir ca. 10 Minuten später raus, was auf dem Kanban Board noch nicht gut passt. Und das darf auch wieder angepasst und verbessert werden, beim nächsten Workshop in 6-8 Wochen. Also warum lange nachdenken, einfach mal tun.

Ok, aber ich will ja hier von Stolpersteinen berichten. Also zurück zum Zwillings-Team. Eine Person aus dem Zwillings-Team hat jeweils an “unseren” Kanban-Workshops teilgenommen. Am ersten Workshop war noch alles gut. Nach 6 Wochen war der zweite Workshop. Da hat mir die Person erzählt, dass sie noch nicht mit Kanban gestartet haben, da sie sich noch nicht auf ein Board einigen konnten. Und am dritten Workshop, wieder 8 Wochen später, waren sie immer noch am Diskutieren, welche Spalten und Zeilen wohl auf ihrem Board passend wären. Schade, sie haben 14 Wochen gemeinsames Lernen über ihr Arbeitssystem verpasst.

Fazit:

Aufhören mit Perfektionismus, lieber mal starten und rasch ins lernen kommen. (Gut, perfekt ist nicht per se schlecht, aber auf einem Kanban Board hat es nix verloren.) Wichtig ist, die Lernelemente im laufenden Kanban Betrieb zu sammeln, am nächsten Workshop auswerten und im Kanban System zu integrieren. So können wir in kleinen verdaubaren Schritten unser Arbeitssystem optimieren.

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Diskussion

4 Antworten

  1. Ein guter Freund hat das Motto “Done is better than perfect”, und das passt eigentlich in fast allen Lebenslagen.

    Ich habe Kanban in der Softwareentwicklung, Software-Projekten und der Medienproduktion verwendet, und in keinem Fall hatten die Spalten überhaupt Konfliktpotenzial. In der Software sind es im Wesentlichen die aus der Illustration, und wenn man Kunden mit im Boot hat, noch User Testing und wenn man fancy oder präzise sein will, noch die Deploys auf UAT und Produktion.

    Allerdings hast Du natürlich viel mehr Erfahrung mit Kanban. 🙂 Worüber kann man sich denn da so uneinig sein, dass man nicht mal das minimale Board ans Laufen bekommt? Was sind da die Konflikte, auf die man in der Praxis trifft? Welche Probleme hatte das Zwillingsteam?

    1. Hoi Thorsten,
      Danke für deinen Kommentar!
      Ich habe das Zwillingsteam aus den Augen verloren. Bzw. ist der Vertreter nicht mehr an den Kanban-Workshops aufgetaucht.
      Wie du schreibst, ist auch meine Erfahrung, dass dieser Prozess oft auch Konflikte ans Tageslicht bringt. (Transparenz?, Probleme werden sichtbar?, Stärken und Schwächen werden sichtbarer?) Und sich als Team auf einen Arbeitsprozess zu einigen und damit zu leben, kann sehr anspruchsvoll sein.
      Deshalb ist dieser Schritt vom Einzelkämpfertum zum Team-Fokus im Kanban Maturity Modell abgebildet (https://www.kanbanmaturitymodel.com/ – Stufe 0 zu Stufe 1)
      Herzliche Grüsse, Franziska

  2. Gefällt mir. Ich habe genauso begonnen beim ersten Lockdown, als es plötzlich hiess: Home-Office. Kanban war wunderbar, und was am Anfang nicht perfekt war, wurde es auch nicht, aber das ist auch nicht notwendig, ist einfach ein wunderbares Werkzeug.

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