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Metriken in agilen Teams

Scrum und Kanban sind mittlerweile in vielen grösseren Firmen Standard. Zumindest auf Teamlevel ist es eine etablierte Arbeitsmethode.

Da aber nicht alle Teams mit der neuen Arbeitsmethode auch eine neue Arbeitskultur eingeführt haben, sind jetzt sehr spannende Konstrukte entstanden. (Fall ihr euch für die Beziehung zwischen dem Arbeitssystem und dem Sozialsystem interessiert, kann ich euch unsere Changebrille empfehlen).

Ich sehe Teams, die die Artefakte (Produktbacklog, Scrum Board), die Meetings (Daily Standup, Planing) und die Rollen (Produkt Owner, Scrum Master) eingeführt haben, aber irgendwie nicht mehr Lieferfähigkeit gewonnen oder mehr Team geworden sind. Es fühlt sich immer noch so an wie vorher.

Diese Scrum Teams befinden sich in der Komfortzone. In der Komfortzone ist es gemütlich und angenehm. Ein Scrum Team sollte aber optimalerweise sehr oft in der Lernzone sein, denn wie der Name sagt, findet dort Lernen statt. Nur so kann der Mehrwert und das Potential von Scrum ausgeschöpft werden. Ansonsten ist es mehr Last und Frust als Lust.

Meine Erfahrung ist, dass man mit Zahlen, Daten und Fakten (sprich mit Metriken) die Teammitglieder gut motivieren kann.

Im Scrum kennen wir diverse Metriken, die optimalerweise kontinuierlich erhoben, aktualisiert und reflektiert werden. Auch in Kanban sind Metriken integriert. Hier die wichtigsten Metriken eines Scrum Teams:

Metrik: Lieferfähigkeit eines Teams

Für den Produkt Owner die wichtigste Kennzahl ist die Lieferfähigkeit des Teams. Hier immer wieder Klarheit herzustellen, Trends aufzuspüren und die korrekten Interventionen (gemeinsam mit dem Scrum Master) einzuleiten, ist DER Schlüssel zum Schritt in die Lernzone.

In jedem Review-Meeting wird gemeinsam mit dem Team ein Blick auf die Lieferfähigkeit darauf geworfen. Denn das ganze Team steht mit in der Verantwortung. Hier drei Beispiele zur Metrik Lieferfähigkeit eines Teams:

Als Coach würde ich bei Variante 2 und 3 mit dem Produkt Owner, dem Scrum Master und dem Team Hypothesen zu dieser Entwicklung aufstellen und geeignete Impulse entwerfen.

Ein weiterer Vorteil der Metrik ist, dass sie uns zwingt, zu Beginn gemeinsam zu definieren, wann Wert vom Team geliefert ist. Wie muss das Produktinkrement, welches erstellt wurde, aussehen, damit wir es als “fertig” bezeichnen? Was denkt unser Kunde dazu? Unser Auftraggeber?

Diese Metrik gibt uns ganz viele Denkanstösse, damit wir gemeinsam von der Komfort in die Lernzone kommen.

Metrik: Teamfähigkeit und Zufriedenheit der Mitarbeitenden

Als weitere Metrik dient die Zusammenarbeit im Team und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden. Die Maturität der Teamfähigkeit hat einen grossen Zusammenhang mit der Lieferfähigkeit des Teams. Und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden sagt sehr viel über ihre Motivation und ihre Investitionen ins Team aus.

Hier arbeite ich viel mit Skalen, also 1 – 10. Wie sieht für das Team eine 1 aus? Wie sieht für das Team eine 10 aus? Wo stehen wir heute? Wohin wollen/können/dürfen wir uns entwickeln? Wollen das alle im Team? Wie kommen wir von dort wo wir heute stehen zur nächst höheren Zahl?

Diese Fragen in der Retrospektive immer wieder aufzugreifen, in Metriken abzubilden und zu Visualisieren kann sehr hilfreich sein. Und das allerwichtigste: daraus kleine Experimente abzuleiten und 1-2 Sprints / Iterationen zu leben. Anschliessend wieder Daten erheben, Wirkung überprüfen und validieren. Und schon sind wir im stetigen Lernprozess drin.

Bemerkung am Rande

Diese Metriken machen nur Sinn, wenn das Team stabil ist. Die Teammember längerfristig im Team sind und auch genügend Kapazität haben, in einem intensiven Teamentwicklungsprozess zu partizipieren. Siehe dazu auch meinen BlogPost. Falls diese Voraussetzung nicht gegeben ist, dann können wir uns all dies sparen. Und gleich bei der alten, bekannten Arbeitsmethodik bleiben.

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