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Portugals neues Gesetz: SMS-Verbot für Chefs ausserhalb der Arbeitszeiten

Am Freitag hat Portugal neue Vorschriften erlassen, mit Blick auf die vielen Remote Workers als Ergebnis der Pandemie. Die Gesetze gelten für alle Firmen mit mindestens 10 Mitarbeitenden.

Nach den neuen Vorschriften können Arbeitgeber bestraft werden, wenn sie Arbeitnehmer ausserhalb der Bürozeiten kontaktieren. Ausserdem ist es den Arbeitgebern untersagt, ihre Mitarbeiter zu überwachen, während sie zu Hause arbeiten.

Die Unternehmen müssen sich nun auch an den Home-Office-Kosten beteiligen, die den Arbeitnehmern durch die Umstellung auf Fernarbeit entstanden sind. Dazu können Rechnungen für Strom oder Internet gehören, aber nicht für Wasser. Die Arbeitgeber können diese Kosten als Betriebsausgaben abschreiben.

Eine weitere Änderung betrifft Eltern von Kleinkindern. Sie haben nun das Recht, von zu Hause aus zu arbeiten, ohne dies im Voraus mit ihrem Arbeitgeber absprechen zu müssen, bis ihr Kind acht Jahre alt ist.

Die Vorschriften für die Fernarbeit sehen auch Massnahmen zur Bekämpfung der Einsamkeit vor. So sollen die Unternehmen mindestens alle zwei Monate persönliche Treffen organisieren.

Telearbeit kann ein ‘game changer’ sein, wenn wir die Vorteile nutzen und die Nachteile reduzieren. (…) Der Aufbau einer gesunden Kultur der Telearbeit könnte auch andere Vorteile für Portugal bringen, und zwar in Form von ausländischen Telearbeitern, die einen Tapetenwechsel suchen. (…) Wir halten Portugal für einen der besten Orte der Welt, an dem diese digitalen Nomaden und Fernarbeiter leben können, und wir wollen sie nach Portugal locken.

Ana Mendes Godinho, portugiesische Ministerin für Arbeit und soziale Sicherheit

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Diskussion

9 Antworten

  1. Ich hatte anfangs auch den Gedanken, in Deutschland wäre ein solches Gesetz eher unnötig. Inzwischen habe ich mich mit vielen Menschen darüber unterhalten, wie bei denen die Homeoffice-Zustände sind. Und ich unterstütze ein solches Gesetz, weil die Arbeitszeiten überhaupt nicht mehr eingehalten werden. Teilzeitkräfte, die “plötzlich” voll arbeiten, Kolleg:Innen, die auch an Wochenenden und an Feiertagen erreichbar sein müssen; Kunden, die ihren Kontakter wochenends und abends auf Privatnummern anrufen – leider werden Mitarbeiter entgegen gesetzlicher Regelungen und gegen deren Willen eingespannt. Da die allermeisten Mitarbeiter:Innen froh sind, nach dem letzten überhaupt noch eine Stelle zu haben, kann man nicht mehr sagen, dann sucht Euch eine bessere Stelle. Dafür wurden letztes Jahr zu viele Menschen gekündigt, als dass man die Chance hat zu wechseln.

    1. Das stimmt, ich glaube, das ist für Angestellte wirklich eine schwierige Situation. Wobei ich mich aber auch frage, ob das Problem nicht auch ein Digitalisierungs-Problem ist, das fast alle zu lösen haben. Dauerhafte Erreichbarkeit und ähnliche Ansprüche wachsen in meiner subjektiven Ansicht nach, sobald digital kommuniziert wird (Messenger, Webmeetings, Mobile Communication etc.)

  2. Offenbar hats der freie Markt ja nicht geregelt, sonst gäbe es kein Bedürfnis für solche Massnahmen. Und nicht alle Arbeitnehmer:innen können es sich leisten, bei progressiven Firmen mit einer gesunden Kultur zu arbeiten. Die müssen nehmen, was sie kriegen. Das Gesetz enthält ja noch weitere Aspekte wie die Beteiligung an Home-Office-Kosten und das Überwachungsverbot (wie im Artikel beschrieben ;-)), was ich ebenfalls durchaus sinnvoll finde. Wie sehr das Ganze dann kontrolliert und umgesetzt wird, ist dann ja nochmal eine andere Diskussion :-).

    1. Der Grossteil des freien Markts ist ja noch nicht sooo lange mit Home-Office konfrontiert, oder zumindest nicht so intensiv. Die Frage stellt sich schon, ob man abwarten hätte können. Aber spannend, danke für deine Meinung dazu! Das mit der Beteiligung an Home-Office-Kosten finde ich auch ein spannendes Thema!

    2. Das stimmt schon. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass Kontaktaufnahmen ausserhalb der Arbeitszeiten schon vor Home-Office ein Problem war. Gibt genügend Arbeitgeber:innen, die einfach kein «Gspür» für sowas haben und andauernd die Belegschaft nach Feierabend, in den Ferien oder bei Beerdigungen anrufen… Ich wünschte mir auch, es bräuchte kein Gesetz dafür.

  3. Ich bin da ziemlich radikal. Ich finde: Was der Staat nicht regeln muss, soll er auch nicht regeln. Lieber einen freien Wettbewerb unter den Arbeitgebern, so entsteht in den nächsten Jahren genügend Druck, attraktive Bedingungen zu schaffen. Oder du hast halt als Arbeitgeber künftig nur die Leute, die du verdienst.

    1. Ja, ich bin auch tendenziell der Meinung. Finde es aber sehr spannend, dass Remote Work jetzt auch schon für die Gesetzgebung relevant wird. Und auch, dass sich ein Land offensiv als “Remote-Work-freundlich” positionieren will.

    2. So wäre es optimal. Jedoch gibt es Firmen, die sich komplett weigern, Home-Office anzubieten. Aber ihre Mitarbeiter privat kontaktieren und dadurch indirekt Home-Office “erzwingen”. Dafür bräuchte es dann natürlich eine Lösung.

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