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Sich vom #VERSUSVIRUS infizieren lassen

Das ist ein Gastbeitrag von Ivo Baeriswyl, Ideendégusteur und Blätterzähler bei millefeuilles ag. Er beschreibt seine Mitarbeit in einem Online-Hackathon und macht sich Gedanken, wie er den erlebten Flow in den Agenturalltag einfliessen lassen kann.

#VERSUSVIRUS

Vom 03. bis 05. April 2020 nahmen über 4500 Teilnehmer*innen am Schweizer Online-Hackathon #VERSUSVIRUS teil, um während 48 Stunden Ansätze und Lösungen in 14 Themenbereichen zur aktuelle Corona-Situation zu entwickeln. Für die Organisation dieses Online-Anlasses gebührt dem Projektteam von Impact-Hub meine grösste Anerkennung. Nebst dem Arbeiten an den verschiedenen Challenges wurde ein tolles Rahmenprogramm mit wertvollen Arbeitstechnik-Tipps und Unterhaltung angeboten – alles remote!

Inkubationszeit

Ich wurde über einen Linkedin-Post eines Bekannten auf diesen Anlass aufmerksam. Bisher kannte ich das Format Hackathon nur aus den Berichten von IT-Firmen und Technik-Nerds. Da für die Teilnahme explizit nach motivierten Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven und Fähigkeiten und nicht ausschliesslich nach Programmierer*innen gesucht wurde, erkannte ich meine Chance, mal an so einem Hackathon teilzunehmen.

Als Hackathon-Greenhorn war ich dann zu Beginn überwältigt aber auch überfordert von der Vielzahl der Themenbereiche und Challenges, an welchen man teilnehmen und sich einbringen konnte. Schlussendlich fand ich Unterschlupf im Team 125, in welchem wir uns dem Thema «Wie isolierte Personen sich verbinden können» annahmen.

Voll im Fieber

So habe ich mich am Freitagabend erstmals in meinem Team aus mir bisher völlig unbekannten Personen remote getroffen. Und ich stellte mir die Frage, wie wir via Hangouts gemeinsam ins Thema und in den Entwicklungsflow hineinfinden würden. Bereits aus der Vorstellungsrunde war zu spüren, dass sich alle Teammitglieder mit viel Energie und freier Zeit über das Wochenende in die Projektarbeit stürzen wollten: Ideen wurden ausgetauscht, Lösungsansätze entwickelt, Szenarien durchgespielt, Möglichkeiten abgesteckt, Aufgaben verteilt.

Voll im Fieber widmete ich mich den mir zugeteilten Aufgaben und brannte jeweils auf unsere gemeinsamen Hangouts-Sessions, um die Resultate der kurzen Arbeitszyklen zu besprechen und die nächsten Schritte abzustecken.

So entstand in 48 Stunden ein funktionierender Prototyp in dem sich Personen via einer Landingpage automatisiert zu einer themenzentrierten Whatsappgruppe verbinden können und die entsprechende Dokumentation für die Projekteingabe.

Folgt nun die Restituiton oder bleiben «Folgeschäden»?

Ich hoffe für mich persönlich wie auch für uns als Gesellschaft, dass gewisse «Folgeschäden» aus dieser Corona-Zeit bleiben werden. Wenn auf die vielfältigen Projekteingaben aus dem Hackathon #VERSUSVIRUS geblickt wird, erkennt man, dass diese sogenannte Corona-Krise enorme Chancen mit sich bringt. Die aktuelle Situation lässt uns trotz «Social Distancing» zusammenrücken und viele engagierte Personen sind bereit, sich mit ihrem Wissen und Können gemeinsam für Verbesserungen in der Gesellschaft – und nicht bloss zu Ihrem eigenen Vorteil – einzusetzen.

Danke, dass ich Teil dieser Erfahrung sein durfte.

Fieberhaft an Projekten arbeiten

Was mich am Format eines Hackathons begeistert hat, ist die Erfahrung, mit welchem Fieber und Enthusiasmus während 2 Tagen in so einem Hackteam gearbeitet wurde. Ohne Ablenkung durch andere Aufgaben widmeten wir uns nur unserer Challenge. Dadurch konnte die Begeisterung und der Flow für das Projekt und die Energie, mit welcher wir daran arbeiteten, sehr hoch gehalten werden.

Wie könnte eine solche konzentrierte Arbeitsweise auf unseren Agenturalltag übertragen werden?

In unserem Alltag starten wir oft mit einem ähnlichen Drive in eine erste Phase eines Projekts, welches dann oft durch Pausen und Verzögerungen wegen kundeninternen Entscheidungsprozessen unterbrochen wird. Während diesern Projektunterbrüchen wird der Fokus dann auf ein anderes Projekt gelegt und der Flow für das erste Projekt ist vorbei. Kennt ihr dieses Phänomen auch?

Wie geht ihr an Projekte, damit diese nicht nach einer ersten Arbeitsrunde über längere Zeit blockiert bleiben?

Bisher ist mir klargeworden, dass wir für eine solche Hackathon-Arbeitsweise die Zusammenarbeit bzw. unser Einbinden der Kunden in die Projekte überdenken müssen. Diese müssen viel näher an der ganzen Projektentwicklung beteiligt bleiben und nicht nur die Resultate der definierten Milestones präsentiert bekommen, damit das Projekt auch auf ihrer Seite emotional hoch gehalten wird.

Danke für eure Anregungen in den Kommentaren.

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Diskussion

Eine Antwort

  1. Lieber Ivo. Wow, besten Dank für deine Investition für die Allgemeinheit und deine hilfreiche Berichterstattung hier. Ich selber ticke auch nach diesem Prinzip: Volles Rohr an einem Projekt, dann erst das nächste. Nicht mischen, möglichst wenig “Work in Progress”. Eigentlich auch, was Kanban als Projektmanagement-Methode fördert.
    Unsere Erfahrung ist, dass auch Kunden in den “Flow” kommen können. Doch muss ich sagen, dass wir mit einem solchen “Flow” auch schon Kunden überfordert haben, welche lieber bürokratische Prozesse zelebrieren.

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