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Wachsen in zwei Richtungen

Die richtige Person am richtigen Ort – eigentlich logisch. Doch unsere Wirtschaft tickt noch anders. Zertifikate und Beziehungen bestimmen meist die Position. Und – allgemein akzeptiert: Je höher im Organigramm, desto besser. Alle wollen nach oben. Eine Stufe nach oben wird häufig sogar als Belohnung angesehen.

Klassische Hierarchie ist schädlich

Wie schädlich das ist, kann ich dir am besten mit einem Praxisbeispiel aufzeigen.
Der erfolgreichste Verkäufer in der Firma soll belohnt werden. Ja, er macht den Job echt gut. Er ist vertrauenswürdig, offen, ehrlich. Es gibt doch so Menschen, die man nur lieben kann. Die Geschäftsleitung beschliesst, diesen Verkäufer zu befördern, als Zeichen der Anerkennung. Der Verkäufer kommt in die erweiterte Geschäftsleitung und wird mit strategischen Aufgaben betraut. Es kommt, wie es kommen muss: falsche Person am falschen Ort.

Zweimal verloren

Der Verkäufer liebt Menschen und das Unterwegssein bei Kunden. Jetzt, mit strategischen Aufgaben betraut, ist das vorbei. Er ist mehrheitlich im Office, mehrheitlich alleine. Er interessiert sich weniger für strategische Zusammenhänge, er liebt den Kontakt mit Menschen. Die Freude an der Arbeit schwindet. Nicht nur das! Das Unternehmen hat mit dieser Beförderung auch gleich den besten Verkäufer verloren. “Zu Tode befördert” nenne ich das.

Es ist klar, das Treppendenken in Organigrammen ist nicht, was Unternehmen krisenresistent macht. Die Position im Organigramm darf nicht mit Anerkennung oder Wichtigkeit verwechselt werden.

Mögliche Lösung

Eine Lösung könnte sein, Beförderungen in zwei Richtungen vorzunehmen (siehe Grafik oben):

  • Fachliche Richtung
  • Organisatorische Richtung.

Die organisatorische Richtung ist die vertikale, wie wir sie kennen aus dem klassischen Organigramm. Je höher, je mehr Verantwortung.
Dann die horizontale Beförderung: Je weiter nach rechts, um so mehr fachliches Wissen und Können.
Wenn jetzt noch die Höhe des Lohnes abhängig von der Position sein soll (was ich generell falsch finde), könnte es durchaus sein, dass Spezialisten, welche sich weit nach rechts gearbeitet haben, mehr verdienen als ihre Chefs, welche vertikal bloss eine Stufe gestiegen sind.

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Diskussion

2 Antworten

  1. Die Sache mit dem horizontalen und vertikalen Wachstum machen wir bei Laudert auch so. Wir haben das im Zuge unserer neuen Organisationsstruktur mit eingeführt, die wir zum Jahresanfang begonnen haben auszurollen. Das Ziel ist, genau wie Du das formuliert hast, die fachliche Weiterentwicklung von der hierarchischen getrennt zu betrachten und Leuten zu ermöglichen zu wachsen, ohne dass man ständig neue Hierarchieebenen einziehen muss und vor allem ohne, dass jemand aufhören muss etwas zu tun, das er liebt und in dem er gut ist.

    Wir berücksichtigen dabei sogar Spezialisierungen wie “Produktion”, “Kunde” oder “Führung”, ohne es dabei kompliziert zu machen. Das Konzept ist super und ich bin gespannt, welche Entwicklungen das bei unseren Leuten ermöglichen wird. 🙂

    (Ich hab vor ein paar Folgen auch durchaus im Jabberfish wahrgenommen, dass Bernd uns für einen anderen Aspekt der Organisation gelobt hat und war ein bisschen erstaunt, dass unser Vorgehen da etwas Besonderes ist. Gut für uns! 😂)

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