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Wie scharf siehst du mit der Change-Brille?

Wir können auf die Unternehmungen schauen und erkennen relativ schnell die offensichtlichen Zeichen des Arbeitssystems. Dazu gehören Methoden wie Scrum, Kanban, die Meetings, die Räumlichkeiten, das Organigramm, die Boards mit der visualisierten Arbeit , die Regeln etc.

Es gibt auch ein zweites System, welches nicht so einfach zu sehen ist. Es ist das Sozialsystem. Es beinhaltet die weichen Faktoren wie Teamfähigkeit, Kritikfähigkeit, Faciliation, Lernprozesse. Wir müssen unseren Blick schärfen, damit wir auch im Sozialsystem das Potential erkennen und ausschöpfen können.

Nur wenn die zwei Systeme in einer Organisation / in einem Team ausbalanciert sind, können die neuen Arbeitsmethoden ihre volle Wirkung entfalten.

Modellhaft werden die zwei Systeme so dargestellt:

Arbeits- und Sozialsystem

Wir haben die Change-Brille entwickelt, damit sie uns dabei unterstützt, die Arbeitswelt und unseren Arbeitsalltag ganzheitlich  – das Arbeits- und das Sozialsystem – zu betrachten.

Die Change-Brille hat zwei Brillengläser: mit einem sehe ich das Arbeitssystem, mit dem anderen das Sozialsystem.

Change Brille

Wie bei der Brille, die mir die Sehschärfe korrigiert, arbeiten beide Augen unabhängig voneinander. Mein Gehirn macht dann ein Gesamtbild daraus. Indem ich ein Auge zukneife, erkenne ich erst die Leistung und die Schwachstellen des anderen Auges bewusst an.

Und was sehe ich beim Zukneifen der Augen durch die Change-Brille? Hier ein paar Eindrücke:

Ein Standup oder Daily Scrum

Mit der Sicht durch das blaue Brillenglas sehe ich:

  • die Arbeit wird auf einem Board visualisiert
  • das Team trifft sich vor dem Board
  • das Team hat sich einen Teamnamen gegeben (an der Säule sichtbar)

Folgende Fragen könnte ich da als Coach stellen:

  • ist alle wertvolle Arbeit auf dem Board visualisiert?
  • sind alle wichtigen Informationen zum Team auf dem Board sichtbar?
  • ist das Board aktuell gehalten?
  • bildet es den effektiven Wertstrom ab?
  • wie gelangt die Arbeit auf das Board? Fliessend mit Kanban oder getaktet mit Scrum?

Mit der Sicht durch das orange Brillenglas sehe ich:

  • eine Person hat eine Hand und einen Fuss auf dem Board. Sein Körper dominiert das Board.
  • das Team steht zusammen vor dem Board. Jedoch stehen Personen in der ersten und Personen in der zweiten Reihe.
  • die Körperhaltung der Personen ist normal
  • alle Personen schauen zu einer Person, die momentan spricht

Folgende Fragen könnte ich da als Coach stellen:

– dominiert die Person vorne das Board / das Team? Gehört das Board ihm oder dem Team?
– gibt es randständige Personen in diesem Team? Wie ist der Zusammenhalt und die Akzeptanz zueinander?
– führt die Person am Board das Meeting direktiv oder ist das Team selbstorganisiert mit dabei? Wechseln sie sich mit der Moderation des Meetings auch mal ab?
– werden im Meeting auch Emotionen angesprochen und Hilfsangebote unterbreitet? Wie ist das Vertrauen untereinander?

Ein Workshop

Hier ein anders Bild eines Workshops.

Mit der Sicht durch das blaue Brillenglas sehe ich:

  • Sieben Personen sitzen an einem kleinen Tisch und besprechen gemeinsam etwas.
  • In der Mitte liegen Stifte und Papier, offensichtlich wollen sie gemeinsam etwas erarbeiten.
  • Rund herum sind Stellwände und Flipchart platziert, die gemeinsame Arbeit soll visualisiert werden.

Folgende Fragen könnte ich da als Coach stellen:

– wer visualisiert im Workshop effektiv die Arbeit? Alle oder nur jemand?
– was soll der Outcome dieses Workshops sein?
– wie gehen sie mit der geplanten Zeit für den Workshop um?

Mit der Sicht durch das orange Brillenglas sehe ich:

– der Tisch ist zu klein. Die Personen fühlen sich vielleicht eingeengt.
– die Körperhaltung der Menschen ist nicht entspannt. Einige haben ihre Arme vor dem Körper. Warum?

Folgende Fragen könnte ich da als Coach stellen:

  • Warum sitzen die zwei Frauen so weit auseinander? Gibt es da einen Konflikt?
  • Warum sitzen die Personen gernell nahe beieinander? Fühlen sie sich dabei wohl?
  • Die zwei Männer nehmen auf dem kleinen Tisch mit ihren Armen verhältnissmässig viel Raum ein, die Frauen kaum. Dominieren die Männer diese Runde? Müssen sich die Frauen deshalb mit ihren Armen schützen?
  • Wie stark ist hier der Teamgedanke verankert? Wie treffen sie Entscheide?
  • Wer führt in diesem Workshop?
  • Gibt es genügend Freiraum für kreative Arbeit?

Selbstverständlich sind die Fragen alles nur Hypothesen und müssten jetzt im Coaching validiert werden. Sie geben jedoch wichtige Hilfestellung um die Teamdynamik und die Konflikte im Team sichtbar zu machen.

Fazit

Mit der Change-Brille wird der Blick auf eine Arbeitssituation differenzierter und tiefer. Diese Qualität hilft uns wirkungsvolle Veränderungsinitiativen anzustossen und die Teams gut zu begleiten.

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